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Azubis mit Fluchthintergrund erfolgreich integrieren

Der Fall Hasan zeigt: Gute Integration braucht Engagement und rechtliche Sicherheit. So können Handwerksbetriebe und KMU frühzeitig Vorsorge treffen.
Ein Fall aus dem Handwerk zeigt, wie schnell engagierte Auszubildende mit Fluchthintergrund in aufenthaltsrechtliche Unsicherheit geraten können. Für Betriebe lohnt es sich deshalb, frühzeitig die richtigen Ansprechpartner einzubinden und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu kennen. Was Unternehmen jetzt beachten sollten.

© Grafik „Integration gelingt gemeinsam“ IdeenNetz | designt mit Copilot 22.08.2026

Integration gelingt nicht zufällig, sondern gemeinsam

Der Fachkräftemangel bleibt für viele Handwerksbetriebe und KMU eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Gleichzeitig suchen zahlreiche junge Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte nach einer beruflichen Perspektive und möchten sich langfristig in Deutschland eine Zukunft aufbauen.

Ein viel beachteter Fall aus dem Handwerk hat in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, wie schnell selbst motivierte Auszubildende in schwierige aufenthaltsrechtliche Situationen geraten können. Die Deutsche Handwerks Zeitung berichtete über den Auszubildenden Hasan aus Flensburg, dessen Abschiebung trotz laufender Ausbildung drohte, bevor eine Lösung gefunden werden konnte.

Der Beitrag zeigt vor allem eines: Gute Integration endet nicht mit der Unterzeichnung eines Ausbildungsvertrages. Sie erfordert ein Zusammenspiel von Betrieb, Berufsschule, Kammern, Behörden, Integrationsdiensten und oftmals auch ehrenamtlichen Unterstützern.

Fachkräftesicherung und Integration gehören zusammen

Viele Handwerksbetriebe berichten, dass Auszubildende mit Fluchtgeschichte häufig eine hohe Lernbereitschaft, Motivation und Dankbarkeit für die erhaltene Chance mitbringen. Gleichzeitig erleben Unternehmen nicht selten Unsicherheiten rund um Aufenthaltsstatus, Sprachförderung oder behördliche Verfahren.

Wer solche Herausforderungen frühzeitig berücksichtigt, erhöht die Chancen auf einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss deutlich.

Dazu gehören insbesondere:

  • frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Handwerkskammer
  • Klärung des Aufenthaltsstatus bereits vor Ausbildungsbeginn
  • Nutzung von Praktika zur gegenseitigen Orientierung
  • individuelle Sprachförderung
  • feste Ansprechpartner im Betrieb
  • aktive Begleitung bei Behördengängen und Formalitäten

Integration ist Führungsaufgabe

Aus zahlreichen KVP- und Organisationsentwicklungsprojekten wissen wir: Integration gelingt besonders dort, wo eine offene Unternehmenskultur gelebt wird.

Neue Mitarbeitende benötigen Orientierung, klare Abläufe und verlässliche Ansprechpartner. Das gilt für Fachkräfte ebenso wie für Auszubildende mit Fluchterfahrung.

Bewährt haben sich beispielsweise:

  • strukturierte Einarbeitungspläne
  • Patenschaften durch erfahrene Mitarbeitende
  • regelmäßige Feedbackgespräche
  • einfache und verständliche Arbeitsanweisungen
  • eine wertschätzende Kommunikationskultur

Diese Maßnahmen fördern nicht nur die Integration, sondern verbessern häufig die Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen.

KVP kann Integration unterstützen

Ein beteiligungsorientierter Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) schafft Transparenz und Verlässlichkeit. Klare Zuständigkeiten, standardisierte Abläufe und regelmäßige Verbesserungsgespräche helfen dabei, neue Mitarbeitende schneller einzubinden.

Gleichzeitig profitieren Unternehmen von neuen Perspektiven. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen bringen häufig wertvolle Ideen, Sichtweisen und Lösungsansätze in Verbesserungsprozesse ein.

Unser Fazit

Der Fall Hasan zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen. Integration ist weder Zufall noch allein Aufgabe staatlicher Stellen. Sie gelingt dort am besten, wo Betriebe Verantwortung übernehmen und gleichzeitig kompetente Unterstützung durch Kammern, Bildungsträger und Behörden nutzen.

Für viele Unternehmen kann die erfolgreiche Integration junger Menschen mit Fluchtgeschichte einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur leisten.

Weiterführender Hinweis: Den ursprünglichen Bericht der Deutschen Handwerks Zeitung finden Sie auf der Website der DHZ. Die dort dargestellten Erfahrungen bieten wertvolle Einblicke in Chancen und Herausforderungen der Integration im Handwerk.

Call to Action

Sie möchten Fachkräfte und Auszubildende langfristig binden, Ihre Einarbeitungsprozesse verbessern oder eine integrationsfördernde Unternehmenskultur entwickeln?

Das Ingenieurbüro IdeenNetz unterstützt Handwerksbetriebe und KMU bei Organisationsentwicklung, beteiligungsorientiertem KVP, Wissensmanagement und der Gestaltung zukunftsfähiger Arbeitsprozesse. Gerne prüfen wir auch passende Fördermöglichkeiten für Ihr Vorhaben.

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Hans-Rüdiger Munzke

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