Unternehmensnachfolge 2024: Engpass verschärft sich!

von Hans-Rüdiger Munzke | Juli 1, 2025 | Erstveröffentlichung in der IdeenNetzWerk GBR (2022-2025)

Immer mehr Mittelständler finden keine Nachfolge. Der DIHK- und KfW-Report 2024 zeigen: Bürokratie, Alterung
und Unsicherheit verschärfen die Lage.
Die Unternehmensnachfolge im deutschen Mittelstand steht unter Druck. Laut DIHK- und KfW-Report 2024
denken 231.000 Unternehmen über eine Geschäftsaufgabe nach. Gründe sind u. a. Alter, Bürokratie und
fehlende Nachfolger. Die Nachfolgelücke wächst – mit Folgen für Beschäftigung und Innovation.

© Copilot AI / Daten: DIHK, KfW, IfM Bonn | Juni 2025

Unternehmensnachfolge im Mittelstand

Die Unternehmensnachfolge bleibt eine der größten Herausforderungen für den deutschen Mittelstand. Der
aktuelle DIHK-Report 2024 und das KfW Nachfolge-Monitoring zeichnen ein deutliches Bild:
Immer mehr Unternehmerinnen und Unternehmer finden keine geeignete Nachfolge.

231.000 Unternehmen denken laut KfW über eine Geschäftsaufgabe nach – meist altersbedingt. Gleichzeitig
planen 215.000 Unternehmen eine Übergabe bis Ende 2025. Doch nur etwa 41 % dieser Übergaben sind
bereits geregelt.

Die Gründe für die wachsende Nachfolgelücke sind vielfältig:

  • Die Senior-Generation bleibt länger im Amt, das Durchschnittsalter der Inhaber ist auf einem Höchststand.
  • Die nachrückende Gründergeneration ist zahlenmäßig zu schwach.
  • Emotionale Hürden, wie der Abschied vom Lebenswerk, erschweren die Übergabe.
  • Bürokratie, hohe Energiekosten und Zinsen sowie Unsicherheiten durch Transformation und Digitalisierung belasten zusätzlich.

Besonders betroffen sind Kleinstunternehmen und Betriebe
in ländlichem Regionen, wo die Nachfolgesituation besonders
schwieriger ist.

Trotz der Herausforderungen bietet die Unternehmensnachfolge auch große Chancen – für Übergebende,
Nachfolgende und die Wirtschaft insgesamt.

🔍 Chancen für Nachfolgerinnen und Nachfolger

Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit kann die Übernahme eines etablierten Unternehmens eine
attraktive Alternative zur Neugründung sein:

  • Bestehende Kundenbeziehungen, eingespielte Teams und funktionierende Geschäftsmodelle bieten Stabilität.
  • Förderprogramme wie das ERP-Gründerkredit – Universell oder das Nachfolgeprogramm der
    KfW
    erleichtern die Finanzierung.
  • Netzwerke wie nexxt-change.org oder regionale Nachfolgebörsen unterstützen bei der Suche.

🧭 Empfehlungen für Übergebende

  • Frühzeitig planen:
    Experten empfehlen, spätestens fünf Jahre vor der geplanten Übergabe mit der Vorbereitung zu beginnen.
  • Externe Beratung nutzen:
    Steuerberater, Nachfolgecoaches und Kammern bieten wertvolle Unterstützung.
  • Emotionale Aspekte berücksichtigen:
    Der Abschied vom Lebenswerk fällt vielen schwer – hier helfen Gespräche mit Gleichgesinnten oder Mentoren.

🛠 Was die Politik tun kann

  • Bürokratie abbauen:
    Komplexe Genehmigungsverfahren und steuerliche Unsicherheiten schrecken potenzielle Nachfolger ab.
  • Förderung stärken:
    Zuschüsse für Beratung, Digitalisierung und Innovation können Übergaben attraktiver machen.
  • Bildung und Sichtbarkeit:
    Nachfolge sollte stärker in der Berufsorientierung und Hochschulbildung verankert werden.

🌱 Fazit

Die Unternehmensnachfolge ist kein Auslaufmodell – im Gegenteil: Sie ist ein Schlüssel zur Sicherung von
Arbeitsplätzen, Know-how und regionaler Wertschöpfung. Damit sie gelingt, braucht es ein Zusammenspiel von
Unternehmermut, frühzeitiger Planung und gezielter Unterstützung.

Kommentar: „Unternehmensnachfolge als Schlüssel zur Investitionssicherung im Mittelstand“
vom 20.07.2025

Die aktuelle Analyse von KfW Research bringt es auf den Punkt: Der demografische Wandel ist
längst nicht mehr nur ein gesellschaftliches Phänomen – er wirkt sich inzwischen spürbar auf die
Investitionsbereitschaft im Mittelstand aus. Mit einem Durchschnittsalter von über 54 Jahren und
mehr als der Hälfte der Unternehmer über 55 wird deutlich, dass viele Betriebe vor einer
entscheidenden Weichenstellung stehen.

Besonders alarmierend ist die Investitionszurückhaltung älterer Unternehmer: Während unter 40-
Jährige in fast 60 % der Fälle investieren, sinkt diese Quote bei über 60-Jährigen auf nur noch 38
%. Die Folge: Unternehmen „fahren auf Verschleiß“, wie es KfW-Chefvolkswirt Dr. Dirk
Schumacher treffend formuliert. Das betrifft vor allem das Baugewerbe und wissensintensive
Dienstleistungen – also Branchen, die für die wirtschaftliche Stabilität und Innovationskraft
Deutschlands essenziell sind.

Die gute Nachricht: Die Studie zeigt auch, dass klare Nachfolgeregelungen die
Investitionsbereitschaft deutlich steigern. Genau hier setzt der Beitrag auf ideennetz-werk.net an.
Die Unternehmensnachfolge ist nicht nur eine Frage der Zukunftssicherung, sondern auch ein
Hebel für aktuelle wirtschaftliche Dynamik. Wer frühzeitig plant, schafft Vertrauen – bei
Mitarbeitenden, Kunden und Kapitalgebern.

Fazit: Die Unternehmensnachfolge darf nicht länger aufgeschoben werden. Sie ist ein zentraler
Schlüssel, um den Investitionsstau im Mittelstand zu lösen und die Wettbewerbsfähigkeit
langfristig zu sichern.

IdeenNetz® – 360°-Lösungen für eine kluge Nachfolge

Das IdeenNetz unterstützt mittelständische Unternehmen mit einem ganzheitlichen Ansatz bei
der Nachfolgeplanung. Mit den 360°-Lösungen bietet das Netzwerk praxisnahe Unterstützung –
von der strategischen Vorbereitung über die Moderation von Nachfolgeprozessen bis hin zur
Förderung von Gründungs- und Nachfolgekompetenz. Weitere Informationen dazu finden sich im
Beitrag „Zukunft sichern durch kluge Nachfolge“:
https://ideennetz.com/zukunft-sichern-durch-kluge-nachfolge-ideennetzwerk-gbr-unterstuetzt￾mittelstand-mit-360-loesungen/

Darüber hinaus zeigt der Blogbeitrag „Strategisch fördern: Gründung- & Nachfolge-Kompetenz“,
wie wichtig es ist, Kompetenzen gezielt aufzubauen – sowohl bei Übergebenden als auch bei
potenziellen Nachfolger:innen. Denn nur mit einem strategischen Kompetenzaufbau kann die
Unternehmensnachfolge nachhaltig gelingen.

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Hans-Rüdiger Munzke

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